D.F.

Mittwoch, 16.04.2014

...steht für „Distrito Federal“: So kürzen die Mexikaner ihre Hauptstadt Mexiko-City ab. Meine letzten Tage in Mexiko habe ich in der fast 9 Millionen Einwohner Megacity verbracht und so noch eine andere, kontrastreiche Seite in diesem Land kennengelernt. Die Stadt ist vergleichsweise (und zwar verglichen mit den anderen mexikanischen Orten, die ich gesehen hab, nicht mit europäischen Städten... ;) ) modern und ihre Einwohner schienen mir auch überdurchschnittlich jung zu sein.
So hat Mexiko-City natürlich kulturell auch einiges zu bieten. Da ich bis jetzt in Mexiko noch kein Museum von innen gesehen hatte, hab ich mich schon auf ausgedehnte Museumsbesuche in der Hauptstadt gefreut – doch da hatte ich nicht einkalkuliert, dass einer meiner zwei Tage hier ein Montag ist, und dass montags ALLE Museen geschlossen haben... Also habe ich zusammen mit zwei anderen Deutschen und einer Dänin versucht, am Sonntag so viele Museumsbesuche wie möglich unterzubringen. Gereicht hat die Zeit nur für zwei, aber das waren für mich die wichtigsten: Erstens das „Museo de antropología“, welches im Untergeschoss eine erstaunliche Sammlung an Nachbildungen von Azteken-, Maya-, usw.-Ruinen und im Obergeschoss traditionelle Kleidung und Kulturzeugnisse aus allen Regionen Mexikos ausstellt. Das Museum ist so hervorragend ausgestattet, dass ich dort locker einen ganzen Tag hätte verbringen können, da es außerdem eine ausgezeichnete Möglichkeit bietet, um die mexikanische Kultur kennenzulernen, ohne selbst in alle Landesteile zu reisen. Zweitens das „Museo de Frida Kahlo“, das original Wohnhaus der mexikanischen Künstlerin aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, welches von Anfang an mit ganz oben auf meiner to-do-Liste stand.
Da am Montag dann wie gesagt so gut wie alles geschlossen hatte, habe ich zusammen mit Ida, der Dänin, einfach gemütlich die Innenstadt erkundet und noch einen Markt besucht, auf dem ich vielmehr Souvenirs hätte kaufen können (und wollen), als mein Rucksack tragen und mein Geldbeutel bezahlen konnte...

Fotos aus Mexiko-City:

Am Ende meiner 24-Stunden-Rückreise sitze ich jetzt gerade im Zug Richtung Marktredwitz und staune über das grüne und ordentliche Deutschland :D Ein längerer Aufenthalt in einem so anderen Land lässt einen die Heimat einfach wieder mit ganz anderen Augen sehen. Und so starte ich um viele Erfahrungen reicher und einem mal wieder etwas erweiterten Blickwinkel in dieses frühlingshafte (wenn auch für mich gerade noch winterlich kalte... ;) ) Deutschland und ins neue Semester, das mich schon sehnsüchtig erwartet.

Tulum

Samstag, 12.04.2014

Für meinen letzten Stopp auf der kurzen Reise durch Yucatan und Quintana Roo hat es mich wieder an die Riviera Maya verschlagen. Dort hab ich die einzigen Maya-Ruinen mit Meeresblick besichtigt. Zwar war es kein Ersatz für den nicht unternommenen Ausflug nach Chichén Itzá, denn das Gelände in Tulum ist viel kleiner und es gibt auch keine wirklich große Pyramide, die man beklettern könnte. Aber es war ein sehr entspannter Spaziergang durch eine Mischung aus botanischem Garten und Ausgrabungsstätte mit wundervoller Aussicht und einem kleinen Zwischenstopp am inbegriffenen Strand.
Nachmittag bin ich dann ins ca 20 km entfernte Akumal gefahren, da man dort beim Schnorcheln sehr große Wasserschildkröten sehen kann - was ich unbedingt erleben wollte. Doch leider war ich dann schon ein bisschen spät dran und konnte dort keine Schnorchelausrüstung mehr ausleihen :( Deshalb hab ich dort einfach nur noch ein bisschen am Strand verbracht und leider keine Schildkröten gesehen...


An meinem letzten Tag heute vor dem Rückflug nach Mexiko-City hatte ich eigentlich noch vor, einen Ausflug zu den anderen Ruinen in Cobá zu machen. Da ich aber gestern ein bisschen länger mit anderen Leuten aus dem Hostel unterwegs war und es außerdem die letzte Möglichkeit war, nochmal das Meer zu genießen, habe ich mich lieber gegen Kultur und für relaxen entschieden ;)
Morgen früh geht`s also wieder mit dem Flieger zurück nach Mexiko-City, wo ich noch drei Tage Zeit hab, um die Stadt zu erkunden, bevor sich mein Aufenthalt hier in Mexiko dem Ende zuneigt.

Mérida

Donnerstag, 10.04.2014

So, hier also ein kleiner Zwischenbericht über meinen Kurztrip nach Mérida:
Da ich mich ja zum Glück gezwungen habe, am Dienstag so zeitig aufzubrechen, hatte ich noch den Nachmittag in Mérida, um ein bisschen die Stadt anzuschauen. Alles konnte ich leider in der kurzen Zeit nicht sehen, die Märkte und auch ein Museum, in das ich rein wollte, waren leider geschlossen. Aber die Innenstadt ist geprägt von Gebäuden im Kolonialstil und es gibt die älteste Kathedrale Lateinamerikas zu sehen.
Beinahe wäre ich am nächsten Tag dann doch noch nach Chichén Itzá, wenn da nicht im Hostel eine nette deutsche Gruppe gewesen wäre, die einen Ausflug zu ein paar der vielen Tropfsteinhöhlen Yucatans geplant haben. Und so habe ich mich ihnen angeschlossen und es auf keinen Fall bereut. Wir bekamen von zwei Mexikanern mit Motos (eine Art Mischung aus Motorrad und Rikscha) unsere persönliche Tour zu vier "Cenotes" in der Nähe von Mérida. Es war wirklich beeindruckend, man konnte in den Höhlen in angenehm warmen und unglaublich klarem Wasser schwimmen und dabei teilweise auch noch Spuren von früheren Maya-Einwohnern entdecken. Unser Tourguide hat uns nicht nur alle erklärt, sondern auch noch als psersönlicher Fotograph fungiert - und so hab ich einige tolle Fotos vom Ausflug in die Tropfsteinhöhlen :)

Jetzt bin ich bereits in Tulum, wo ich die letzten beiden Tage verbringen werde, bevor es zurück nach Mexiko-City geht. Hier gibt es einiges zu sehen: Die einzigen Pyramiden mit Meeresblick, Schnorchelparadiese, und wenn man Glück hat, kann man mit Schildkröten schwimmen! :)

9 Uhr morgens, Isla de Mujeres: Yoga am Strand

Dienstag, 08.04.2014

Ja, während in Deutschland offiziell am Montag Morgen das neue Semester begonnen hat, lag ich auf der „Fraueninsel“ bei Cancún auf einer Strandmatte unter Palmen und hatte die erste Yogastunde meines Lebens – wie könnte mehr Urlaubsstimmung aufkommen? :)
Nach meiner Ankunft in Cancún bin ich gleich mit der Fähre zur Insel, da mir die interessanter schien als das touristische Städtchen. Dort hab ich zwei Nächte in einem tollen Hostel verbracht, jede Menge internationale Leute kennengelernt, an einem wahnsinnig schönen Karibikstrand relaxt und wurde von zwei netten Russen zu einer Rundfahrt an der Küstenstraße mit einem der begehrten Golf Cars eingeladen (Nachdem ich alleine.keines mieten wollte, mit dem Bus losgefahren bin, den Rest zu Fuß erkunden wollte und feststellen musste, dass es doch ein ganzes Stück zu laufen ist...).
Kurz gesagt: Ich hab zwei Tage Traum-Karibik-Strandurlaub verbracht, wie sie im Bilderbuch stehen :)
Hier die Fotos dazu:

 

Eigentlich war als nächster Stopp Valladolid geplant, um von dort aus die weltbekannten Pyramiden von Chichén Itzá zu besuchen. Da mir aber zwei Tage in Folge für das Hostel, das ich buchen wollte, leider andere Leute zuvorkamen, habe ich nun spontan entschlossen, gleich nach Mérida zu fahren (was anfangs eigentlich nur optional gedacht war). So ging es heute Morgen um 06:30 Uhr mit der Fähre wieder zurück nach Cancún, so dass ich mit dem Bus (in dem ich gerade sitze ;) ) gegen Mittag in Mérida ankomme und dort dann noch Zeit bleibt, die Stadt zu erkunden. Denn wahrscheinlich werde ich nur eine Nacht bleiben, um danach nochmal für 2-3 Tage an die Küste zurückzukehren. Somit lass ich Chichén Itzá wahrscheinlich aus – auch wenn es eines der sieben Weltwunder ist. Aber ich hab schon von einigen Leuten gehört, dass es gar nicht sooo toll ist, nur einfach sehr groß und touristisch. Und wenn man die Wahl hat zwischen Chichén Itzá und den einzigen Ruinen mit Meeresblick (Tulum), ist zweiteres denke ich vorzuziehen. Jetzt werde ich aber erstmal die Hauptstadt Yucatans erkunden: Mérida.

Proxima estación: Vacaciones

Sonntag, 06.04.2014

Ja, so schnell sind sie also rum, die 7 Wochen mit den Kids im Ipoderac.
Rückblickend war es eine sehr interessante Zeit mit vielen Erfahrungen, wenn es auch nicht immer einfach war. Der Abschied von den Kindern fiel mir am Ende wirklich schwer. Die Erzieherin aus meinem Haus hielt es allerdings gar nicht für nötig, sich von mir zu verabschieden - was mir jetzt auch nicht so wichtig war und überhaupt in das ganze Bild ihrer Person passt. Und so muss ich leider berichten, dass sie mit ihrer Art und auch die fehlende Organisation und das scheinbare Desinteresse an meiner Unterstützung vom ganzen Team einen gewaltigen Schatten über alles geworfen haben. Dennoch hab ich versucht, davon unabhängig die Zeit mit den Jungs zu genießen und glaube auch immer noch an das Modell, das im Ipoderac praktiziert wird. Nur bin ich gespannt, wie es da weitergehen soll, wenn alle paar Wochen eine andere Erzieherin kündigt...

Nun aber genug von der Pflicht, jetzt kommt die Kür. Auch wenn in Deutschland schon meine Zulassungsarbeit darauf wartet, endlich in Angriff genommen zu werden, brauch ich dringend einfach noch ein paar Tage zum Batterien aufladen (gesund bin ich mitttlerweile dank Antibiotikum wieder! :) ). Und deshalb bin ich heute nach Cancún geflogen, im Bundesstaat Quintana Roo, auf der Yucatan Halbinsel. Hier hab ich nun 7 Tage zum reisen und genießen. Morgen werd ich gleich auf die Isla de Mujeres fahren, eine Insel, die vor dieser touristischen Meeresstadt liegt. Dort werde ich auch übernachten und am Montag wahrscheinlich weiter Richtung Landesinneres fahren, nach Valladolid - das liegt nämlich nahe Chichén Itzá, der wohl wichtigsten Maya-Ruinenstätte.
Soweit meine Reisepläne, ich werde berichten wenn ich kann!

Zu früh gefreut...

Montag, 31.03.2014

...auf Cuetzálan.

Der Rucksack war schon gepackt und alles war bereit für den Start in die Sierra Samstag morgens um 05:30 Uhr, als mich am Freitagabend eine ordentliche Magen-Darm-Infektion mit Fieber, Gliederschmerzen und allem drum und dran erwischte :(
Und so mussten Isabella und Fernando leider ohne mich fahren und ich muss damit leben, dass ich Cuetzálan (dieses Mal) wohl nicht mehr sehen werd.
Mittlerweile war ich beim Arzt, bin versorgt mit Antibiotikum und hoffe, dass ich bis zum Wochenende wieder fit bin, denn kommenden Samstag geht ja mein Inlandsflug nach Cancún.

Soweit die neuesten Infos, in den nächsten Tagen bin ich also mit Auskurieren beschäftigt ;)

Zahnarztbesuch

Freitag, 28.03.2014

Endlich komm ich dazu, vom vergangenen Wochenende zu berichten. In den letzten Tagen war ich sehr beschäftigt und konnte deshalb auch nicht ins Internet.
Zwar war es wie schon gesagt schade, dass ich das vergangene Wochenende nicht für einen Ausflug nutzen konnte; dafür bin ich jetzt aber semiprofessionelle Zahnarzthelferin :D Also ich hatte ja viele Erwartungen an dieses Praktikum hier (von denen sich einige bis jetzt leider nicht erfüllt haben...) - aber dass ich bei einer komplizierten Weisheitszahn-OP assistieren würde, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet!

Am Freitag Abend kamen zwei Zahnärzte aus Kanada hier an, Scott und John. Diese zwei äußerst aufgeschlossenen und sympathischen Kanadier kommen schon seit vielen Jahren (Scott schon seit 25 Jahren!) hierher, um ca. 1mal im Jahr für die Zahngesundheit aller Kids hier im Ipoderac (und dann auch für Mitarbeiter von Ipoderac, Nachbarn und Schulkameraden) zu sorgen. Scott verbindet sogar eine fast Hollywood-reife Geschichte mit Ipoderac: Hier hat er damals als junger Freiwilliger seine jetzige Frau kennengelernt, und hier in der Kapelle haben die beiden auch geheiratet!
Da sie neben dem ganzen Equipment nicht auch noch ihre Zahnarzthelferinnen mitbringen können, brauchen sie immer Unterstützung – und diese übernehmen in der Regel die aktuellen Freiwilligen. Und so haben wir vier Tage lang von morgens bis abends bei Zahnreinigungen, zahlreichen Amalgam-Füllungen, beim Ziehen von Zähnen und auch bei zwei Weisheitszahn-OPs assistiert und nebenbei sehr viel Übersetzungsarbeit geleistet.
Die Arbeit mit den Zahnärzten hat sehr viel Spaß gemacht, war sehr interessant und lehrreich und einfach sehr abwechslungsreich im Vergleich zum Ipoderac-Alltag. Außerdem hatte ich endlich mal das Gefühl, hier wirklich gebraucht zu werden; und das hat mich in diesen Tagen wirklich glücklich gemacht, auch wenn wir danach total übermüdet waren.

Hier eine paar Beweisfotos mit Fotostory ;) :

 

 

Jetzt bin ich wieder zurück im „normalen“ Alltag mit den Jungs. Anfang der Woche sind drei Jungs in ein anderes Haus gewechselt und einer ist neu zu uns gekommen (Jedes Kind durchläuft jedes Haus, es ist quasi ein Entwicklungs-Prozess mit sechs Stationen.). Jetzt sind es also nur noch 8 Kinder bei mir im Haus.
Sonst ist alles gerade relativ ruhig und ich warte immer noch darauf, dass mir wie den anderen Freiwilligen eine Arbeit zugeteilt wird – was wohl vor meinem Abschied nicht mehr passieren wird.... ;) Daher habe ich beschlossen, nun den inoffiziellen Weg zu gehen und ohne von den Chefs offiziell erteilte Erlaubnis einfach die Jungs zu den psychopädagogischen Sitzungen zu begleiten, wenn ich gerade Zeit habe. Ich hoffe, dass ich so wenigstens in den letzten Tagen hier noch ein bisschen was davon mitkriege, was meinen Freiwilligendienst hier zumindest in die Nähe eines psychologischen Praktikums rücken würde.

Dieses Wochenende wollen Isabella und ich nun endlich nach Cuetzálan, bestimmt werde ich bald davon berichten!

Halbzeit

Mittwoch, 19.03.2014

Über die Hälfte meines Aufenthalts hier in Mexiko und 4 von 7 Wochen im Ipoderac sind schon rum – höchste Zeit für ein erstes Resumé.

Mittlerweile habe ich mich im Ipoderac eingelebt, auch Kinder von anderen Häuser kennen nun meinen Namen und man ist mit dem Tagesablauf vertraut. Es gibt viele Augenblicke, in denen es mir schon jetzt schwer fällt, daran zu denken, dass ich die Jungs in nicht allzu ferner Zukunft wieder verlassen muss: beispielsweise wenn sie mir kleine Geschenke machen oder die gerade schwangere Erzieherin mit Glückwünschen überraschen (s. Foto).

Und dann gibt es aber auch manchmal Momente, in denen man sich möglichst schnell Wochenende wünscht, um dem Trubel zu entkommen. In den letzten Tagen ging es ziemlich drunter und drüber. Eine Erzieherin aus einem anderen Haus hat letzten Freitag kurzentschlossen gekündigt. Nicht nur in meinem Haus wurde in die Zimmer der ErzieherInnen eingebrochen, Geld und Süßigkeiten geklaut. Seitdem ich hier bin sind schon sechs Jungs ausgerissen (teilweise aber zum Glück wiedergekommen). Und am Montag haben ein paar Jungs in meinem Haus eine persönliche Grenze überschritten, die sie einiges an Vertrauen meinerseits gekostet hat.

Die Arbeit an sich ist nicht stressig in dem Sinn, dass ich viel zu tun hab. Oftmals bin ich einfach nur im Haus und muss die Jungs bei ihren Aufgaben überwachen, wobei dann auch schon mal Langeweile aufkommen kann. Ich bin dafür zuständig, die Mahlzeiten vorzubereiten und nachmittags helfe ich mit bei den Hausaufgaben und beaufsichtige die Jungs bei der Arbeit auf dem Gelände oder beim Fußball spielen.

Vielmehr ist es das Spannungsfeld zwischen den Kindern, Erziehern und dem Team der Institution, das manchmal auf seine Art stressig ist. Es fällt mir immer noch ein bisschen schwer, meine Rolle als Freiwillige zu finden. Oft fühle ich mich zu wenig informiert und nicht wirklich zum Team zugehörig. Manchmal fühle ich mich wie ein weiteres Kind im Haus, wenn ich von der Erzieherin zurechtgewiesen werde oder weil ich mir z.B. mit den Jungs dasselbe Bad mit momentan nur einer funktionierenden Toilette teilen muss.

Während die anderen Freiwilligen jeden Vormittag ca. 2 Stunden arbeiten, warte ich immer noch auf meine Aufgabe. Letzte Woche hatten Isabella, die andere deutsche Freiwillige, und ich deswegen endlich das schon lange angekündigte Gespräch mit der Chefin. Isabella soll jetzt ab morgen vormittags im Büro arbeiten – für mich haben sie aber immer noch keine Arbeit vorgesehen, obwohl ich schon länger da bin als sie.

Was die psychopädagogische Arbeit hier angeht, die mich schon allein wegen meines Studiums sehr interessiert, hab ich auch nach mehreren Anläufen noch keine konkreten Informationen. Da diese Arbeit natürlich immer nachmittags stattfindet, wussten die Chefs noch nicht, ob ich dabei sein kann, weil ich eigentlich tagsüber immer die Erzieherin im Haus unterstützen soll.

So warte ich also immer noch auf ein wenig Abwechslung durch die Arbeit, wenn sie mir denn noch zugewiesen wird, bevor ich wieder weg bin... ;) Außerdem hoffe ich, dass sich insgesamt die Situation hier wieder ein wenig normalisiert und dass ich das verlorene Vertrauen zu den Jungs wieder finden kann. Trotzdem macht es insgesamt viel Spaß und ich möchte die vielen Erfahrungen, die ich in den vergangenen Wochen schon gemacht habe, nicht missen.

Hier noch ein paar gesammelte Fotos der letzten Wochen:

 

Am vergangenen Wochenende wollte ich eigentlich unbedingt in ein Dorf in den nahe gelegenen Bergen, von dem mir schon viele vorgeschwärmt haben. Aber da hier am Montag Feiertag war und somit verlängertes Wochenende, waren die Hotels dort alle überfüllt. Isabella und ich haben lange überlegt, ob wir trotzdem spontan hinfahren und vor Ort nach einem Schlafplatz suchen sollen, haben es aber schließlich doch gelassen.

Dafür hatten wir am Samstag einen sehr schönen, entspannten Tag in Cholula. Ich war zwar am Anfang mit Maru schon mal in dieser kleinen Stadt direkt in der Nähe von Puebla (siehe erster Blogeintrag!), aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, nochmal hinzufahren. Hauptsehenswürdigkeit ist eine Kirche auf einem Hügel, unter dem die größte Pyramide Mexikos versteckt ist (wenn man nach der Grundfläche geht). Außerdem ist Cholula fast so was wie das Stundentenviertel Pueblas, und so gab es abends dann auch reichlich Möglichkeiten zum Weggehen :)

Hier auch noch ein paar Fotos von Cholula mit Isabella:

 auf dem Weg zur Kirche über der Pyramide...


 

Jetzt bleiben mir also nur noch zwei Wochenenden hier in der Nähe von Puebla, beziehungsweise eigentlich nur noch eines; denn kommendes Wochenende müssen Isabella und ich im Ipoderac bleiben, weil die Kinder Besuch vom Zahnarzt bekommen und deshalb Unterstützung gebraucht wird. Klar ärgert mich das ein bisschen, aber die anderen Freiwilligen müssen auch ca. 1mal im Monat die Wochenendschicht übernehmen, und so hab ich eigentlich schon darauf gewartet, dass ich damit auch noch dran bin.

So bleibt mir für viel zu viele mögliche Ausflugsziele von hier aus nur noch das letzte Märzwochenende. Wahrscheinlich werd ich dann den Ausflug in das Bergdorf nachholen, den wir das vergangene Wochenende nicht gemacht haben. Direkt nach dem Freiwilligendienst geht es dann noch eine Woche nach Yucatan, die Region mit den wohl meisten Touristen in Mexiko (und das hat wohl auch seinen Grund...), bevor ich mich dann nach ein paar abschließenden Tagen in Mexiko-City am 15. April wieder auf den Heimweg nach Deutschland mach.

In den letzten Tagen hab ich viel hin und her überlegt, wie ich am besten möglichst viel in der kurzen Zeit von diesem Land kennenlernen kann, und nicht nur einmal wurde mir gesagt, dass ich einfach meinen Flug verschieben MUSS :D Aber leider wartet schon lange meine Zulassungsarbeit in Deutschland auf mich, und so muss ich einfach damit leben, dass ich für diesen Aufenthalt knallhart aussieben und einfach nochmal mit mehr Zeit kommen muss ;) Umso mehr genieß ich die wenigen Wochen, die mir bleiben, und die wahrscheinlich weiterhin wie im Flug vergehen werden!

Teotihuacán

Dienstag, 11.03.2014

 Mal wieder kann ich von einem Wochenendausflug mit vielen Eindrücken authentischer, mexikanischer Kultur berichten - diesmal aus der prähispanischen Epoche Mexikos, also der Zeit der Azteken und Maya.

Aber vorher nochmal ein paar Bilder von Atlixco. Am vergangenen Samstag war ich wieder mit den anderen Freiwilligen unterwegs (mittlerweile gibt es übrigens eine Freiwillige mehr aus Deutschland im Ipoderac!). Wir waren wieder im Zentrum Atlixcos und ich bin endlich zur Kapelle „Capilla de San Miguel“ hochgestiegen, von wo man einen wunderbaren Blick über die Kleinstadt und die Umgebung hat. Hier also noch ein paar Fotos von der Stadt und dem Ausblick:

  auf dem Weg zur Kapelle, unterhalb der Kapelle der „Ex-Convento de San Francisco“

 ...oben angekommen...

 

Somit hab ich am Samstag schon ein bisschen das Treppensteigen geübt, um mich auf den Sonntag vorzubereiten... ;) Denn am Sonntag ging es dann nach Teotihuacán, eine der zahlreichen archäologischen Ausgrabungsstätten Mexikos.

Die einzige Busverbindung ging um 7 Uhr morgens von Puebla aus. Glücklicherweise hat uns unsere Chefin vom Ipoderac angeboten, vorher bei ihr in Puebla zu übernachten; denn eine Busverbindung von Atlixco nach Puebla so früh am Sonntag hätte es nicht gegeben. Und so kamen wir am Sonntag nach 1,5 Stunden Busfahrt Richtung Mexiko-City in Teotihuacán an, wo unsere erste Station erstmal ein Souvenirladen war. Pünktlich um 14 Uhr sollten wir nach der Besichtigung der Ausgrabungsstätte wieder am Treffpunkt sein, um alle zusammen in einem bestimmten Touri-Restaurant zu Mittag zu essen. Außerdem mussten wir den Eintritt für die Ausgrabungsstätte zahlen, obwohl im Internet eigentlich stand, dass dieser im Preis für die Busfahrt inbegriffen sei... So machte sich bei mir ein bisschen Ärger über diese Abzocke im Stil einer Kaffeefahrt breit, der aber durch den beeindruckenden Anblick der über 2000 Jahre alten Pyramiden schnell wieder verschwand.

Wir verbrachten also einige Stunden staunend und zutiefst beeindruckt auf dem ca. 15 km² großen Gelände von Teotihuacán. Trotz der vielen Touristen konnte man die irgendwie mystische Ausstrahlung des Ortes spüren, der übersetzt übrigens "Die Stadt der Götter" bedeutet. Ausgegraben sind dort vier Pyramiden und einige kleinere Bauwerke. Die größte ist die „Pirámide del Sol (Sonnenpyramide), deren 365(!) Stufen wir zusammen mit vielen anderen Touristen (zum Glück bei angenehm bewölkten Wetter) erklimmen durften. Oben angekommen wurden wir mit einem beeindruckenden Ausblick über das Gelände belohnt. Außerdem gibt es die Pirámide de la Luna“ (Mondpyramide) und die "Pirámide de la Serpiente Emplumada" (Pyramide der mit Federn geschmückten Schlange). Symbole und Skulpturen rund um die Ruinen lassen immer noch die Kulte und die enge Verbindung mit der Natur dieser indigenen Völker erahnen. Ein besonderes Spektakel soll hier übrigens am 21. März stattfinden: jedes Jahr pilgern zum Frühlingsanfang zahlreiche weißgekleidete Menschen zur Ruinenstätte, um die Sonnenpyramide nach dem Vorbild der alten Hochkultur im Zick-Zack hinaufzusteigen und der Sonne zu huldigen.

Wie auch beim Karneval kann man die Stimmung, die dieser Ort verbreitet, schwer auf Fotos einfangen. Natürlich hier aber trotzdem ein paar Bilder:

  

 

Nun aber wieder zurück zum Ipoderac. Mittlerweile ist fast die Hälfte meiner Zeit als Freiwillige hier vorbei! In den nächsten Tagen werde ich daher einen kleinen Zwischenbericht über das Leben und die Erfahrungen mit den Kindern erstatten, bevor es dann wieder mit weiteren Wochenendausflügen weitergeht.

Carnaval de Veracruz

Mittwoch, 05.03.2014

Wie bereits angekündigt war ich also vergangenes Wochenende auf dem Karneval von Veracruz. Ein paar Leute von Marus Uni organisieren regelmäßig Ausflüge für die Austauschstudenten und für alle, die es interessiert. Denen hab ich mich einfach angeschlossen, ohne überhaupt zu wissen, wer da so mitfährt (denn Maru selbst war nicht dabei). Und so war ich schon ein bisschen erleichtert, als sich die kleine Gruppe als ein ziemlich bunter Haufen von mexikanischen, deutschen, amerikanischen, österreichischen, kolumbianischen, durchwegs sehr offenen Leuten herausstellte :)

Unser Hauptziel war natürlich, den Karneval in Veracruz zu erleben, der in dieser Form der zweitgrößte nach dem in Rio de Janeiro sein soll und auch einiges von seinem brasilianischen Nachbarn übernommen hat. Doch hatten wir auch genügend Gelegenheit, um am Strand zu relaxen und das Meer zu genießen. Unser Domizil waren ein paar Bambushütten, scheinbar mitten im Urwald unter Palmen (s. Foto), mit 5 Min. Entfernung zum Strand – also Urlaubsfeeling pur :)

Am Samstag Abend ging`s dann zum Karneval. Von aufgebauten Sitztrübenen aus (für die man extra Karten braucht) konnten wir den mehrere Kilometer langen und mehrere Stunden andauernden Umzug bestaunen. Natürlich waren alle in bester Partystimmung und für alkoholische Getränke war gesorgt. Das Grundprinzip des Umzugs ist eigentlich ähnlich wie in Deutschland – Blaskapellen, Tanzgruppen und Faschingswägen. Doch machen die höheren Temperaturen und das lateinamerikanische Temperament schon einen deutlichen Unterschied. So waren die Frauen (und teilweise auch sehr jungen Mädchen) sehr leicht bekleidet und gaben ihr Bestes zu Samba- und Salsaklängen. Was einem deutschen Faschingsfreund hier allerdings schon ein bisschen fehlen könnte, sind die Verkleidungen. Dafür war alles einfach nur bunt, laut und fröhlich. Insgesamt wirklich ein interessantes und unvergessliches Erlebnis, das den Gute-Laune-Pegel einfach in die Höhe treiben muss!

Vor der Rückfahrt am Sonntag haben wir uns noch ein bisschen die Innenstadt mit Hafen angesehen und kamen dann wegen Stau und Reifenpanne viel zu spät an, um noch zum Ipoderac zu fahren (eigentlich hätte ich um 19:00 Uhr zurück sein müssen...). Zum Glück konnte ich bei einem der mexikanischen Organisatoren übernachten und wurde dann am Montag Morgen zum Ipoderac gebracht. Hier fühl ich mich nun wieder ein bisschen wie in einer anderen Welt im Vergleich zum Ausflug ins mexikanische Studentenleben am Wochenende. Vielleicht schließ ich mich an einem der nächsten Wochenenden nochmal der Gruppe an, mal sehen, wie`s so in meine Pläne passt.

 

Leider kann ich (noch) keine Fotos vom Karneval präsentieren, da es mir zu riskant war, meine Kamera mit in die Menschenmassen zu nehmen. Aber ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen noch von den anderen ein paar Bilder krieg.

Dafür hier schon mal ein paar Fotos vom Strand und der Stadt:

So, hier nachträglich noch ein paar Fotos vom Karnevalsumzug (leider keine so tolle Qualität, aber man kann das eh nicht wirklich auf Fotos festhalten, was man dort live erlebt... ;) ):


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